Demon-Isles: Die Geschichte

  • Die Geschichte eines Dämons


    Kalt, unbarmherzig, grausam, blutrünstig, brutal, gefürchtet. Das beschreibt einen Dämon. Beinahe jedes Lebewesen dieser Welt hat Angst vor ihnen, somit auch vor Napo. In dieser Geschichte geht es um die Dämonin Napo, ihre Erlebnisse, ihre Freuden und Ängste, Höhen und Tiefen. Zuallererst sei gesagt, Napo ist ein Dämon von hohem Rang! Der Anführer der Dämonen hält große Stücke von ihr und gab ihr deshalb einen hohen Rang unter den Dämonen. Doch fangen wir einmal ganz von vorne an.



    Napo ist in einem kleinen Dorf geboren. Ihre Familie besteht aus 2 Eltern, der älteren Schwester Saya und dem älteren Bruder Kuro. Napo war glücklich mit ihrer Familie, damals konnte man nicht erkennen, dass sie ein Dämon ist, da sie noch keinerlei Eigenschaften dafür besaß. Genau hier beginnt unsere Geschichte:


    Kapitel 1: Ein Dämon



    Napo isst jeden Tag das Fleisch, das ihr ihre Eltern von ihrer Jagd mitbringen. Normales Essen schmeckt den Dämonen nicht sehr und frisches Fleisch stärkt zudem ihre Fähigkeiten. Egal ob Mensch, Elfe, Dryade oder anderes Lebewesen, Dämonen fressen alles. Während ihre Eltern jagen gehen, erkundet Napo die Gegend und beschließt, an einem Tag in die nahegelegene Stadt zu gehen. Dort angekommen ist sie überwältigt von den Farben, Lichtern, Geräuschen, Gerüchen und Eindrücken. Wohin man sieht, laufen Menschen umher. Für Napo ist es sehr gefährlich, dort herumzulaufen, denn wenn man sie enttarnt, könnte man ihr ein Ende setzen! Doch Napo genießt die Umgebung, den Trubel zu sehr, als dass sie das kümmert. Napo entdeckt ein junges Mädchen, sie hat schneeweißes Haar und strahlend blaue Augen. Napo empfindet sie als wunderschön und schleicht ihr hinterher, doch in der Menschenmenge hat sie das Mädchen verloren. Napo biegt in ein paar abgelegene Gassen ab und sucht sie, doch ohne Erfolg. Gerade wo Napo beschließt zu gehen, findet sie einen jungen kniend auf dem Boden, er weint. Er kniet vor dem Mädchen, das Napo sah, sie ist vollkommen verbrannt! Vor Schreck läuft Napo davon! Zuhause angekommen erzählt Napo von ihren Erlebnissen und ihre Eltern sind erbost darüber! Sie darf das Haus nicht verlassen! In der nächsten Nacht, während die Eltern wieder am Jagen sind, schleicht sich Napo aus dem Haus. Sie läuft in die Stadt und geht zurück zu der Stelle, wo das Mädchen lag und der Junge weinte.

    Die Stelle ist leer, etwas Asche liegt auf dem Boden, doch mehr ist nicht zu sehen.

    Hinter Napo erklingt eine Stimme: “Suchst du etwas?” Napo dreht sich um und sieht den Jungen und das Mädchen hinter ihr stehen. Ein Glück, es geht ihnen gut! Napo ist dennoch etwas verwirrt und fragt nach: “Es tut mir Leid, ich wollte hier nicht herumschnüffeln. Sag, geht es dir gut?” "Ja, mir geht es soweit gut”, antwortet das Mädchen. Napo ist erleichtert über diese Aussage, doch möchte sie es genauer wissen: “Du… du lagst genau hier auf dem Boden, ich… ich wusste nicht was ich tun sollte!” “Und dann rennt man einfach weg?”, fragt der Junge wütend. Das Mädchen beruhigt ihn: “Nicht doch Brüderchen, ich wäre auch weggelaufen! Der Anblick muss schrecklich gewesen sein, es tat auch sehr weh, aber jetzt geht es mir wieder gut.” “Das freut mich, aber wie bist du die Brandmale los geworden? Du bist doch kein Dämon, oder?", fragt Napo verwundert. Je mehr Napo darüber nachdenkt, desto mehr dämmert es ihr. Gestern hatte sie anders gerochen, der Duft von Mensch haftete an ihr und auch an dem Jungen, doch jetzt ist er weg! “Naja, also, das ist etwas kompliziert!”, erklärt das Mädchen. “Ein Mann kam vorbei und naja, er hat mich gerettet!”, sagt das Mädchen freudestrahlend, Napo beginnt zu verstehen. Der Mann machte die Beiden zu Dämonen. “Möchtest du nicht mit uns mitkommen? Wir kennen ein schattiges Plätzchen!”, sagt das Mädchen und deutet auf den Boden, wo man den Schatten weichen sieht. Napo lehnt den Vorschlag ab: “Bedaure, aber meine Eltern werden wütend sein, wenn ich nicht da bin. Ich muss schleunigst Heim, es wird langsam hell!” “Dann sehen wir uns später?”, fragt das Mädchen. Napo lächelt und stimmt zu und eilt dann aus der Stadt zurück in ihr Dorf. Sie läuft zu ihrem Heim, doch je näher sie dem kommt, desto mehr nimmt sie den Geruch von Blut wahr. Vor der Tür angekommen macht sie halt, die Tür steht einen Spalt offen. Napo öffnet vorsichtig die Tür. “Hallo? Jemand zuhause?”, fragt sie vorsichtig mit leicht zitternder Stimme. Sie betritt den Flur und tritt in eine Pfütze. Napo schaut genauer hin und bekommt Angst, es ist Blut. Napo rennt durch den Flur und betritt geschwind die Stube und hat das Grauen vor Augen. Ihre Eltern liegen geköpft auf dem Boden, ihre Schwester und ihr Bruder sind vollkommen auseinandergeschnitten. Ihre Beine und Arme wurden abgetrennt, von ihrer Schwester Saya wurde der Kopf sogar gespalten. Napo bleibt der Atem im Halse stecken, sie zittert und ist nicht fähig, auch nur einen Millimeter weiter zu gehen. Ihre Familie wurde hingerichtet. War das, das Werk von Menschen? Diese Frage geht ihr durch den Kopf. Langsam fließen ihr die Tränen von der Wange, sie tropfen auf den Boden. Fähig sich wieder zu bewegen fängt Napo an zu schreien: “MAMA!!!! PAPA!!!!! SAYA!!!!! KURO!!!!!” “Aber, aber Liebes, willst du, dass sie wissen, dass ein Dämon überlebt hat?”, fragt eine sanfte männliche Stimme hinter ihr. Napo kann seine Macht riechen und ist starr vor Angst. Dieser Mann ist ein Dämon, kein Zweifel. Er stellt sich genau neben sie und schaut sich die Leichnam ihrer Familie an. “Welch trauriger Anblick, deine Familie, nicht wahr? Es muss einen zerreißen, das zu sehen!”, sagt der Mann, er klingt nicht mitfühlend, eher etwas sarkastisch, dennoch ist seine Stimme ganz sanft. “Was ist nur passiert? Wer hat das getan?”, fragt Napo traurig. Der Mann antwortet: “Das waren die Menschen, sie haben euch enttarnt und beschlossen, euch hinzurichten, bevor ihr noch mehr von ihnen fressen könnt.”

    Napo realisiert, warum ihre Familie gestorben ist und beginnt zu verstehen, dass dies ein Akt aus Angst war. “An deinem Blick sehe ich, dass du über etwas nachdenkst, was ist es?”, fragt der Mann. Napo antwortet: “Dämonen fressen andere Lebewesen jeder Art, die anderen Völker haben deshalb Angst vor uns und greifen uns an, um ihre Angst zu besiegen. Wir töten deshalb die ganzen Völker, um uns zu verteidigen und so weiter… wie durchbricht man diesen Kreis? Jede Seite leidet, kann man das nicht unterbinden?” “Oh nein, du armes Kind. Die anderen Wesen töten uns aus Neid und wollen uns nur Schlechtes, wir fressen sie, um ihnen zu zeigen, wo ihr Platz ist! Du armes Kind, komm mit mir, ich werde mich um dich kümmern!”, sagt der Mann und lächelt Napo an. Sie greift nach seiner Hand, man hört den Klang einer Biwa und plötzlich stehen die Beiden inmitten eines riesigen, sich verändernden Raumes, endlos groß, überall Treppen, Lichter, alles ist verdreht oder auf dem Kopf. “Wo sind wir?”, fragt Napo beeindruckt. Der Mann antwortet: “Das ist das unendliche Schloss, solang wie es Tag ist und die Sonne sich zeigt, werden wir hier bleiben.”

    Napo schaut sich um und bewundert die riesigen Räumlichkeiten, die sich zu verändern scheinen. “Sag mal Kleines, wie heißt du denn?”, fragt der Mann lächelnd. Napo schaut zu ihm: “Napo” “Freut mich dich kennen zu lernen Napo, mein Name ist Douma, ich gehöre zu den oberen Rängen der Dämonen!”, erklärt er.

    Das erklärt den intensiven starken Geruch, den Napo bei ihm wahrnimmt. Napo entdeckt auf einem Holzsockel sitzend eine junge Frau, ihr Gesicht ist von Haaren bedeckt, sie hält eine Biwa in der Hand. Auch von ihr nimmt sie einen starken Geruch wahr. Napo zeigt auf sie und fragt: “Wer ist sie?” “Das dort hinten ist Nakime, die Herrin des unendlichen Schlosses, wenn sie auf der Biwa spielt, verändert sie die Räumlichkeiten und kann innerhalb des Schlosses die Anwesenden so verschieben. Leider redet sie nicht mit mir”, seufzt Douma. Napo findet die Dämonin beeindruckend. Ein weiterer Dämon erscheint, dieser riecht so stark nach verderben, dass es in Napo’s Nase schmerzt. “Nakime, hole bitte Kokushibo her!”, sagt der grad erschienene Dämon. Nakime spielt auf ihrer Biwa und der gerufene Dämon erscheint, dieser macht Napo vom aussehen her etwas Angst, er besitzt 6 Augen! Die beiden Dämonen besprechen etwas, dann spielt Nakime wieder auf ihrer Biwa und der Dämon mit den 6 Augen verschwindet. Der andere Dämon schaut zu Napo und Douma, mit einem Klang der Biwa steht er plötzlich vor ihnen. “Lord Muzan! Ihr seht fabelhaft aus!”, schmeichelt Douma. Der Dämon Muzan entgegnet ihm: “Du brauchst nicht zu schleimen, viel lieber würde ich von dir erfahren, wer sie ist?! Du hast gestern erst 2 Dämonenkinder unter deine Obhut gebracht!” Muzan ist sichtlich erzürnt. Douma erklärt sich: “Das ist Napo, sie ist von Geburt an eine Dämonin und ihre Familie wurde grauselig hingerichtet. Ich sehe großes Potential in ihr!” “Ihr Name setzt sich aus den Zeichen für Schwierig und Gang zusammen. Ja das gefällt mir und ihre Augen leuchten, ich denke du hast recht Douma, sie ist viel versprechend!”, stimmt Muzan zu. Napo versteht nicht, worüber die Beiden reden. “Kind, du darfst mich Muzan nennen”, sagt er höflich. Napo schaut ihn an und nickt. “Von nun an wird Douma auf dich ein Auge haben und du wirst viel lernen, enttäusche mich nicht, verstanden!”, sagt er höflich und doch bedrohlich. “Ich werde euch nicht enttäuschen!”, sagt Napo, doch worin soll sie ihn nicht enttäuschen?

    Die Biwa ertönt und Muzan ist verschwunden. Douma dreht sich zu Napo und sagt freudestrahlend: “Das ist doch gut gelaufen, du wurdest von Lord Muzan akzeptiert, genauso wie Daki und Gyutaro!” “Daki und Gyutaro? Sind das die anderen beiden Dämonenkinder, die Muzan erwähnt hat?”, fragt Napo. Douma springt ihr beinahe ins Gesicht: “Ja! Du wirst die Beiden mögen, ich wette, ihr werdet beste Freunde! Du und Daki seid wunderschön, etwas das ihr gemeinsam habt!” Napo wird bei dem Satz leicht rot, er empfindet sie als wunderschön, sowas hat Napo noch nie gehört. Douma richtet das Wort an Nakime: “Liebste Nakime, bitte bring uns in das Freudenviertel, in die Stadt, zu Daki und Gyutaro!” Nakime spielt auf der Biwa und plötzlich stehen die Beiden in einem Raum inmitten eines Hauses in der Stadt. Vor den Beiden stehen ein Mädchen und ein Junge und wie es der Zufall so will erkennt Napo die Beiden. Es sind die Kinder, welche sie in der Seitengasse traf. “Napo, das sind Daki und Gyutaro!”, erklärt Douma freudestrahlend. Daki freut sich sehr Napo zu sehen: “Hallo, willkommen. So sieht man sich also wieder.” “Ihr seid also Daki und Gyutaro!”, sagt Napo überrascht. “Wir hatten ja keine Gelegenheit uns vorzustellen”, erklärt Gyutaro. Napo ist glücklich darüber, die Beiden zu sehen.

    Das war der Beginn einer tiefen Freundschaft. Daki wurde im Laufe der Zeit eine hoch angesehene Oiran, Gyutaro versteckt sich vor den Blicken der Menschen und zeigt sich nur dann, wenn sein Schwesterchen ihn braucht. Napo wurde zu einer Dienerin der Oiran, sie hilft Daki bei ihrem äußeren Erscheinungsbild. Napo wollte sich selbst nie in die Rolle der Oiran stellen, sie unterstützt lieber ihre beste Freundin. Daki und Gyutaro töteten unzählige Menschen und aßen sie! Napo jedoch tötete nur 3 und aß lediglich Leichnam von Tieren und Menschen, welche an Krankheiten oder am Alter starben. Die 3 Menschen tötete sie, weil sie Daki angegriffen haben. Ja, Napo hat ein großes Herz für ihre Freunde. Douma schaut ab und zu nach dem Rechten, doch er weiß, die drei Freunde kommen auch allein zurecht.


    Die Jahre streichen in die Lande. Im Laufe der Zeit sind Napo zwei Hörner gewachsen, ihr Gesicht zeichnet Risse der Dunkelheit. In all den Jahren hat Napo keinen Menschen getötet, um ihn zu essen, lediglich um sich und ihre Freunde vor Jägern zu schützen. Napo hat in all der Zeit darüber nachgedacht, wie man den Teufelskreis des Leids beenden kann. Doch sie ist noch zu keiner Lösung gekommen und leider ist sie mit der Suche allein. Daki und Gyutaro verstehen zwar ihre Beweggründe, doch hassen sie die Menschen zu sehr. Nakime versucht zwar, Napo zu verstehen, doch ihr Mitgefühl hält sich in Grenzen.



    Kapitel 2: Die Macht der Natur



    “Wie willst du die Dämonen davon überzeugen, das die Menschen uns angreifen, weil sie Angst vor uns haben?”, fragt Nakime. Napo seufzt: “Ich weiß es nicht, jeder glaubt, dass die Menschen uns aus Neid und Hass angreifen und wir uns verteidigen! Es ist alles so falsch!” “Du musst bedenken, dass wir auch von etwas leben müssen! Normales Essen, was die Menschen essen, schmeckt uns nicht und außerdem werden wir schwach, wenn wir nicht genügend essen!”, sagt Nakime. Napo grübelt, doch die Frustration ist ihr ins Gesicht geschrieben. “Napo, du darfst nie vergessen, was du bist!”, appelliert Nakime. “Ich weiß, ich kann meine Blutlinie nicht leugnen, nur manchmal fühlt es sich an, als seien wir Monster!”, sagt Napo betrübt. Nakime versucht sie zu trösten: “Es gibt weitaus schlimmere Wesen als uns, wirkliche Monster! Glaub mir, wir machen nichts falsch!” “Warum fühlt es sich dann so an?”, fragt Napo traurig und entmutigt. “Hör auf Trübsal zu blasen und erfreue dich an dem, was dir gegeben ist, du gehörst zu den oberen Rängen der Dämonen. Lord Muzan hält viel von dir! Konzentriere dich auf das, was wichtig ist!”, versucht Nakime Napo aufzumuntern. Napo lächelt Nakime zu, sie hat ja recht, sie hat kein schlechtes Leben, doch es beschäftigt sie dennoch.

    “Nakime, sag mal, darf ich zurückkehren in das unendliche Schloss wann immer ich möchte?”, fragt Napo. Nakime ist verwundert über die Frage: “Natürlich, Lord Muzan gestattet es allen höheren Dämonen!” “Nein, das meine ich nicht! Ich frage dich! Denn du bist die Herrin dieses Schlosses!”, drückt Napo ausdrücklich aus. “Natürlich Napo, du darfst immer hierher kommen, du bist stets willkommen!”, sagt Nakime, ein leichtes Lächeln legt sich über ihre Lippen. Napo ist glücklich über das Lächeln, das sie sieht.

    Douma taucht plötzlich auf: “Ich bin ja so neidisch! Du und Nakime seid richtige Freunde! Ich habe noch nie das interesse von Nakime geweckt!” “Das liegt daran, dass du ein Schwachkopf bist!”, sagt Nakime monoton. Douma schaut etwas verdutzt und Napo beginnt zu lachen. “Das ist nicht lustig Napo!”, sagt Douma und schmollt. Napo springt ein paar Meter durch das unendliche Schloss und ruft zu Nakime: “Bitte bring mich an einen ort wo ich noch nie war!” Nakime spielt einen Ton auf der Biwa und Napo verschwindet.

    In einem Wald taucht Napo wieder auf. Sie schaut sich ganz in Ruhe um. Bis auf das Zwitschern einiger Vögel und das rascheln der Blätter ist nichts zu hören. Napo legt sich auf den Boden und begutachtet das Blätterdach. So liegt sie einige Stunden da, ja sie ist sogar kurz eingeschlafen. Als sie die Augen öffnet, sieht sie eine menschenähnliche Gestalt über sich, jedoch hat sie spitze Ohren, dünnes glänzendes Haar, eine Art Tiara aus Zweigen und ein langes gelb-grünliches Kleid. Ihre Augen strahlen hellgrün. “Hast du gar keine Angst vor mir?”, fragt Napo. Das Wesen entgegnet ihr: “Nein, wieso? Sollte ich vor einem friedlich schlafenden Dämon Angst haben?” “Gutes Argument!”, sagt Napo und richtet sich auf. “Der Wald ist echt schön, so ruhig und friedlich!”, sagt Napo und betrachtet dabei die vielen Bäume. Das Wesen seufzt: “Nur leider wird diese Ruhe bald zerstört werden. Eine Gruppe von Menschen will diesen Wald niederreißen und Häuser bauen.” “Das ist ja schrecklich!” ruft Napo entsetzt. “Ja, das ist es. Nur was soll ich tun?”, fragt das Wesen besorgt. Napo kommt da eine Idee: “Keine Angst, ich helfe dir!” Das Wesen schaut Napo etwas skeptisch an, doch sagt nicht zu ihrem Eifer. Napo steht auf und nimmt den Geruch der Menschen wahr. Sie springt mit einem Satz inmitten des Dorfes der Menschen. Die Menschen realisieren, dass ein Dämon in ihrer Mitte steht und erzittern. “Verschwindet aus diesem Wald, oder tragt die Konsequenzen für euer Handeln!”, ruft Napo erzürnt. Ihre grünen Augen leuchten, ihre Hörner leuchten im gleichen Grün wie ihre Augen, eine dunkle Aura umgibt sie. Ihre Hände werden zu monströsen Krallen und ihre spitzen Zähne werden größer. Vor den Menschen steht ein unheimliches Monster! Die Menschen laufen schreiend davon und lassen ihr kleines Dörfchen zurück. Napo nimmt dies zum Anlass und zerstört die Gebäude. Sie läuft zurück, tief in den Wald hinein und findet das Wesen wieder. “So, die Störenfriede sind weg! Du kannst unbesorgt sein!”, sagt Napo freudestrahlend. Das Wesen ist verwundert über ihre Tat und sagt: “Ich habe noch nie erlebt, dass ein Dämon seine Fähigkeiten nutzt, um einem anderen Wesen zu helfen.” “Irgendwann ist immer das erste Mal!”, sagt Napo. Das Wesen berührt Napo an der Stirn, es ist, als würden tausende kleine Impulse in Napo’s Körper stattfinden. “Was war das?”, fragt Napo. “Ich bin eine Dryade, ich gebe dir zum Dank die Gabe der Natur. Wann immer du nun einen Baum berührst, eine Pflanze streifst, kannst du alles herum sehen, was damit verbunden ist. Diese Gabe reicht mehrere Meilen weit!”, erklärt die Dryade. Napo begreift und bedankt sich bei der Dryade, doch eine Frage hat sie noch: “Wie heißt du?” “Lady Dana!”, antwortet die Dryade. “Freut mich dich kennen zu lernen, Lady Dana und habt vielen Dank!” Sie verabschieden sich voneinander und mit dem Klang einer Biwa ist Napo wieder im unendlichen Schloss. Sie erzählt Nakime von der Begegnung und der neu erworbenen Fähigkeit. Nakime beschließt, Daki und Gyutaro dazu zu holen und so reden die Vier gemeinsam. Es vergehen ein paar Tage und Napo hat gelernt, ihre neuen Gaben gezielt einzusetzen. So hat sie für ein Menschen-Pärchen das entführte Kind gefunden. Auch wenn das Pärchen erst skeptisch war, so haben sie doch Napo vertraut. Außerdem hilft Napo den Dämonen so Angriffe zu planen und wenn ein anderes Volk sie angreifen will, hilft sie den passenden Fluchtweg zu finden und einen Hinterhalt vorzubereiten. Somit ist Napo nie in der Hauptrolle der Kämpfe und doch daran beteiligt als strategische Kraft. Lord Muzan gefällt die Rolle der Dämonin und empfindet ihre Fähigkeiten sowie die Macht der Dryade, welche sie bekam, als nützlich. Napo wird in kurzer Zeit zu den höherrangigen Dämonen gezählt und bekommt besondere Aufträge von Lord Muzan. Diese befolgt sie, jedoch immer mit dem Hintergedanken dabei, die Welt zu erkunden und neue Völker kennenzulernen.



    Fortsetzung folgt ...

  • Kapitel 3: Ein Mensch und ein Dämon




    Muzan schickt Napo auf eine wichtige Mission: Informationsbeschaffung zur blauen Spinnenlilie. Dafür reist Napo weit, weit weg in ein entferntes Land. Durch einen dunklen, finsteren Wald streift sie umher und sucht Anhaltspunkte. Dank der Gabe der Dryade kann sie meilenweit sehen und hören, so bemerkt sie einen Menschen, ganz allein im Wald. Langsam schleicht Napo sich an ihn heran und beobachtet den Menschen, welcher männlich ist. Einige Zeit vergeht und der Mann scheint sie nicht zu bemerken, doch Napo irrt sich. “Wie lange wollen Sie mich eigentlich noch beobachten?”, fragt der Mann unbeeindruckt. Napo zeigt sich aus ihrem Versteck, ihre Augen leuchten bedrohlich. “Ein Dämon greift für gewöhnlich das Lebewesen vor einem an, warum also starren Sie mich stundenlang an?”, fragt der Mann leicht gereizt. Napo ist verwundert über sein Wahrnehmungsvermögen und der Tatsache, dass er keinerlei Angst vor ihr hat. “Was tust du hier?”, fragt Napo. Das stößt dem Mann sauer auf: “Ich kann mich nicht daran erinnern, Ihnen das Du angeboten zu haben! Zudem geht es Sie nichts an!” Napo versteht zwar die Sache mit dem höflichen Umgangston, doch warum läuft er hier durch den Wald allein? “Verzeihung, ich werde mich bemühen Sie korrekt anzusprechen, dennoch würde ich gern erfahren, was Sie hier tun!”, erklärt Napo ruhig. Der Mann wendet sich, ohne ein Wort zu sagen, von Napo ab. Er ist der erste Mensch, dem es vollkommen egal zu sein scheint, dass Napo ein Dämon ist, kein Anzeichen von Angst oder dergleichen. Napo springt vor ihm und lächelt ihn an und sagt: “Ich helfe dir und du mir!” Der Mann ist gänzlich unbeeindruckt und geht an ihr vorbei. Napo ist frustriert. Sie wendet sich von ihm ab und bemerkt, wie ein anderer Dämon sich den beiden nähert. “Vorsicht!”, ruft Napo dem Mann zu, dieser wollte es zuerst ignorieren, doch als er die lauten Schritte hört, dreht er sich um und weicht dem Dämon aus. Der Dämon platzt vor Wut: “Was um alles in der Welt soll das? Hilfst du diesen Widerlingen etwa?” “Das geht dich nichts an und nun zisch ab!”, knurrt Napo zurück. Doch der Dämon startet einen neuen Versuch, der Mann kann nicht rechtzeitig ausweichen, doch Napo springt vor ihn und tritt den Dämonen am Kopf weg. Dieser Tritt ist so stark, dass er sogar den Kopf des Dämonen ausgerenkt hat. “Du verdammtes Miststück!”, ruft der Dämon vor Wut und rückt sich seinen Kopf zurecht. Der Mann bemerkt, dass er keine Chance gegen einen Dämonen hat, doch man sieht es ihm nicht an. Noch immer hält er seine unberührte, kalte Miene. Der Dämon greift nun Napo an und reißt ihr einen Arm raus. Napo schreit und verliert vor Zorn die Kontrolle. Sie beißt ihm einen Arm raus und mit ihrem Krallen reißt sie ihm ein Horn ab. Der Dämon geht zu Boden, Napo nutzt dies und mit einem gekonnten Tritt zerstampft sie sein rechtes Bein. Der Dämon schreit vor Schmerz und bettelt sogar um Gnade. Napo lässt von ihm ab. In Sekunden regeneriert sie ihren Arm. Der Dämon nutzt die Gelegenheit und verschwindet. “Beeindruckend!”, sagt der Mann mit gleichgültiger Stimme. "Verzeihung, dass Sie dies mit ansehen mussten! Geht es Ihnen gut?”, fragt Napo besorgt. Der Mann ist verwundert über Napo und sagt: “Faszinierend, ein Dämon, der sich um sein Futter sorgt!” “Sie sind aber nicht mein Futter!”, sagt Napo verdutzt. Der Mann fragt: “Was bin ich dann in Ihren Augen?” “Ein Lebewesen, das ich kennenlernen will!”, antwortet Napo freudestrahlend. “Faszinierend!”, sagt der Mann und wendet sich wieder von ihr ab. Napo läuft ihm hinterher. Sie kommen an eine Lichtung, Napo bleibt am Rand stehen und traut sich nicht in das Licht, der Mann bemerkt das und dreht sich zu ihr um. “Ich biete Ihnen einen Tausch an!”, sagt der Mann. Napo schaut ihn verwundert an. “Ich bekomme etwas von Ihrem Blut, im Gegenzug helfe ich Ihnen, das Sonnenlicht zu überwinden!”, ruft er ihr zu. Napo glaubt, sich verhört zu haben: “Das Sonnenlicht überwinden? Wie? Und wofür mein Blut?” “Das werden Sie dann sehen!”, sagt er mit ernster Miene. Napo zögert. “Sie möchten weiter dort stehen bleiben? Dann sei dem so!”, sagt der Mann und geht. Napo nutzt die Möglichkeit, in das unendliche Schloss zu reisen, um vor ihm aufzutauchen. “Einverstanden! Doch ich möchte sehen, was Sie mit meinem Blut vor haben!”, sagt Napo entschlossen. “Nun gut, aber ich will keinen Mucks hören!”, sagt der Mann und so gehen die Beiden durch den Wald.

    Am Ende des Waldes erstreckt sich ein Hügel, dort drauf steht ein prächtiges Schloss. Napo staunt über das Schloss, doch bleibt sie wie erwartet am Waldrand stehen. Der Mann dreht sich zu ihr um und fragt: “Kannst du überall erscheinen?” “Ja, sobald ich den Ort gesehen habe und ich es der Dämonin des unendlichen Schlosses erzähle, kann ich überall hin! Sie muss quasi ein Bild vor Augen haben!”, antwortet Napo. Der Mann zeigt auf eine Brücke, welche zum Schloss führt und sagt: “Dort befindet sich Schatten, da sollten Sie keinerlei Probleme haben!” Der Mann geht weiter auf die Brücke zu, Napo kehrt in das unendliche Schloss zurück und taucht dann auf der Brücke wieder auf. Die Brücke ist überdacht, was ihr Schutz bietet. Der Mann kommt an der Brücke an, gemeinsam laufen sie hinüber, hinein in das Schloss. Sie gehen eine Treppe hinunter, einen Korridor entlang und gehen in einen Raum. Der Mann entzündet ein paar Kerzen, welche daraufhin anfangen zu schweben. Den Raum füllen ein hölzerner Tisch, ein Stuhl, ein Ledersessel sowie ein Ledersofa, ein Kamin, davor ein kleiner roter Teppich, einige Regale mit Büchern und einige Regale voll mit kleinen Glasflaschen. Von dem Raum geht eine kleine Kammer ab, in der ein Kessel steht mit einem Beistelltisch. Eine weitere Tür beherbergt eine Treppe, welche hinunter führt. Napo hat einen solchen Ort noch nie gesehen. “Wo sind wir hier?”, fragt sie neugierig und verblüfft. Der Mann antwortet: “In meinem Büro!” “Büro? Was ist das?”, fragt Napo. “Ein Raum, in dem Arbeit verrichtet wird!”, erklärt der Mann, seine Stimme klingt genervt. “Ihr Dämonen kennt so etwas nicht? Gebildet gibt es euch wohl nicht!”, bemerkt er sarkastisch. Napo beginnt zu schmollen und setzt einen trotzigen Blick auf. “Was ist das alles? Und nein, wir Dämonen haben keine Ahnung von dem ganzen Kram hier!”, sagt sie trotzig. Der Mann seufzt und hält ihr eine kleine Glasflasche hin: “Hier, für dein Blut.” Napo versteht, sie soll ihr Blut da hinein füllen. Sie formt ihre rechte Hand zu gigantischen Krallen und ritzt sich den linken Arm auf und lässt das Blut der Wunde in die Flasche tropfen. Die Flasche ist fast voll und da reicht sie ihm das Fläschchen. “Gut, damit sollte es dann vollständig sein!”, sagt er und eilt zu dem Kessel. Der Mann zuckt einen kleinen Stab und macht eine kleine elegante Bewegung, schon ist unter dem Kessel ein Feuer entzündet. Napo staunt darüber und beobachtet den Mann. Er gießt ihr Blut in den Kessel, plötzlich brodelt der Inhalt auf. “Sag, was machst du da?”, fragt Napo. Der Mann räuspert sich laut, dabei verbessert Napo sich: “Sie, Verzeihung!" “Ihr seid in der Kunst der Zaubertränke nicht bewandert, nehm ich an?”, fragt der Mann. Napo antwortet: “Zaubertränke? Nein, ich habe davon noch nie gehört.” “Solang wie der Trank vor sich hin brodelt, kann ich Ihren Horizont erweitern, kommen Sie!”, sagt er schroff und geht auf den Ledersessel zu und setzt sich. Napo nimmt auf dem Sofa Platz und schaut den Mann neugierig an. “Also, ich nehme an, Sie wissen bereits, dass es in jedem Volk gewisse Unterschiede gibt. Auch innerhalb der Völker! So gibt es Menschen, die von der Magie Gebrauch machen und welche die es nicht tun. Magie oder auch Zauberei, ist ein Schutz oder auch eine Waffe. Mit Hilfe der Magie können wir Tränke brauen, welche verschiedene Wirkungen erzielen. Mit Magie können wir Zauber wirken, die andere verletzen, Schaden zufügen oder aber schützen und heilen!”, erklärt der Mann. “Aber, warum nutzen nicht alle Menschen die Magie?”, fragt Napo. Der Mann antwortet: “Gute Frage, nun nicht jeder Mensch hat die Veranlagung dazu, Magie zu nutzen.” “Das ist Schade, aber führt das nicht zu Spannungen unterhalb den Menschen?”, fragt Napo. Der Mann erklärt: “Wohl wahr, vor denen, welche keine Magie nutzen können, halten wir Zauberer und Hexen die Magie geheim! Ansonsten würde das nur zu Komplikationen führen!” “Ich verstehe, bei Dämonen ist es etwas anders. Soweit ich weiß entspringen unsere Fähigkeiten ebenfalls der Magie, jedoch können wir sie nicht so freisetzen wie ihr. Wir haben dadurch mehr körperliche Veränderungen. Dazu sei gesagt, dass jeder Dämon über diese Kräfte verfügt!”, sagt Napo. Der Mann scheint interessiert und sagt: “Jeder Dämon besitzt also diese Fähigkeiten? Dann sollte es bei Eurem Volk keine Unstimmigkeiten geben, nicht wahr?” “Leider nein, wir werden nach Stärke beurteilt und bekommen einen Rang. Die Ranghöchsten töten manchmal aus Langeweile die Schwächeren, andererseits wird ein höherrangiger von einem Dämon niedrigeren Ranges getötet, so nimmt er dessen Rang ein!” “Also eine Art Kräftemessen!”, sagt der Mann. Napo nickt zustimmend. “Darf ich fragen, wie euer Name lautet?”, fragt Napo vorsichtig. “Ich wüsste nicht, weshalb mein Name von Belangen wär!”, sagt der Mann kalt. Napo schmollt und der Mann steht vom Sessel auf. “Severus”, sagt er dann. Napo schaut zu ihm auf und freut sich: “Freut mich sehr, Severus, mein Name ist Napo!”

    Sie brauen den Trank zu Ende, Severus verrät ihr, dass der Trank für kurze Zeit die körperliche Kraft und die Regenerationsfähigkeit verstärkt. Sie verbringen den gesamten restlichen Tag damit, sich über verschiedene Völker auszutauschen. Napo lernt viel über die Menschen und ihre verschiedenen Arten sowie über Zentauren, Elfen, Riesen, Wassermenschen und einigen anderen. Severus lernt viel über Dämonen und Harpien. Ebenso erklärt Napo Severus ihre Begegnung mit der Dryade Lady Dana. Severus weiß von der Existenz der Dryaden, doch bekam er noch nie eine zu Gesicht. Umso erstaunlicher, dass eine mit einem Dämon eine Bindung eingeht und ihr eine Naturkraft verleiht! Bei Anbruch der Nacht sitzen die Beiden noch immer in seinem Büro und tauschen sich aus. Da fällt Severus etwas ein. “Ich sollte mich wohl auch an meinen Teil der Abmachung halten!”, sagt er entschlossen und steht auf. Napo schaut ihm verwirrt hinterher. Aus einem Regal nimmt er ein schwarzes Halsband und gibt es Napo. “Hier, leg das an!”, sagt er schroff, fast schon wie ein Befehl klingen seine Worte. Napo tut was er sagt und legt das Halsband um. “Damit, solltest du keine Probleme mehr in der Sonne haben!”, erklärt Severus. Napo schaut ihn mit großen Augen an und fragt: “Wie ist das möglich?” “Dieses Halsband ist verzaubert, das Wesen, das es trägt wird umgeben von einem Schatten, das schützt unter anderem vor Sonnenlicht!”, erklärt er. “Und weiter?”, fragt Napo. Severus schaut sie eindringlich an: “Es ist außerdem in der Lage, die Präsenz zu verschleiern! So wirst du nicht aus der Ferne aufgespürt, du könntest dich also tarnen und niemand würde merken, dass sich ein Dämon in ihren Reihen befindet!” “Hab vielen Dank!”, sagt Napo und lächelt.

    Im Schatten der Nacht zeigt Severus ihr ein paar Räumlichkeiten vom Schloss und erklärt Napo, dass dies eine Schule für junge Hexen und Zauberer sei und er die Position als Professor in Zaubertränke vertrete. Für Napo ist das faszinierend, denn Dämonen haben so etwas wie eine Schule nicht, alles was sie wissen müssen, bekommen sie von ihren Eltern vermittelt oder aber lernen es in Machtkämpfen. Nach dem Rundgang verabschieden sie sich, denn Napo muss ihren Aufgaben nachkommen und möchte auch Severus nicht länger seiner Zeit berauben, doch ihr fällt der Abschied schwer, sie mag ihn irgendwie.


    Kapitel 4: Arzul, der Wächter von Saralea




    Neben zahlreichen Aufgaben, die Napo bewältigt, ist noch immer ihr Hauptziel, Informationen zur blauen Spinnenlilie zu beschaffen. Leider waren die einzigen Informationen nichts anderes als verneinende Aussagen wie ‘Diese Blume gibt es bereits seit hunderten Jahren nicht mehr!’ Nakime schickt Napo an eine Steilklippe, von dort aus geht es tief hinab in blaues Wasser. Weit entfernt am Horizont sieht Napo eine Insel, doch sie befindet sich nicht auf dem Wasser, nein, sie schwebt! Napo beschließt auf diese Insel zu wollen, doch gerade wo sie dies entschlossen hat, fliegt über ihrem Kopf ein Drache her. Er fliegt geradewegs auf die Insel zu. Napo will dem Drachen folgen, doch hinter ihr ruft eine weibliche Stimme: “Tu das nicht!” Napo dreht sich verwundert um und sieht eine Menschen ähnliche gestaltet mit spitzen Ohren, weißem Haar und Türkisen Augen. “Wenn dir dein Leben lieb ist, dann solltest du dem Drachen nicht folgen!”, erklärt das Wesen. “Und warum?”, fragt Napo. Das Wesen sagt: “Der Drache dort hat bereits unzählige Wesen wie uns auf dem Gewissen, tausende tote Elfen, Menschen und Dämonen gehen auf sein Konto!” “Woher weißt du das?”, fragt Napo verwirrt. “Nun, ich beobachte den Drachen schon viele Jahre! Elfen versuchen auf die Insel zu kommen, angeblich soll sie magische Schätze beherbergen. Dämonen versuchen ihre Kräfte unter Beweis zu stellen und verlieren gegen den Drachen! Menschen versuchen die Insel für sich zu beanspruchen!”, erklärt das Wesen. “Verzeih wenn ich das so direkt Frage, aber wer und was bist du?”, fragt Napo interessiert. “Mein Name ist Frieren, ich bin eine Elfe, ich dachte, das würde man sehen”, antwortet sie. Napo schaut sie verdutzt an: “Ich habe noch nie zuvor eine Elfe gesehen, sag mal, wenn du den Drachen schon viele Jahre beobachtest, wie lange bist du schon hier?” “Etwa 80 Jahre!”, antwortet Frieren. “Du siehst aus wie junge 20, wie alt bist du wirklich?”, fragt Napo. “Ein paar hundert Jahre”, antwortet Frieren. Napo ist überrascht. Napo weiß das es Wesen gibt, die die Lebensspanne der Menschen weit überschreiten, aber sie wusste nicht, dass auch Elfen dazu gehören. Ihr ist bewusst das Drachen, Dryaden und Dämonen eine längere Lebenserwartung haben. “Sag, glaubst du auch, dass auf der Insel magische Schätze sind?”, fragt Napo. “Ich weiß es leider nicht, aber ich vermute, dass dort nichts ist!”, antwortet Frieren. Die Beiden stehen noch eine Weile an der Klippe und schauen in die Ferne. “Warum unterdrückst du deine Präsenz, willst du nicht als Dämon wahrgenommen werden?”, fragt Frieren. Napo antwortet: “Ich möchte andere Lebewesen kennenlernen, dabei stört meine Blutlinie leider!” “Das kann ich verstehen, weißt du, ich verabscheue euch Dämonen eigentlich sehr, ihr habt meine Familie und alle anderen aus meinem Dorf einfach gefressen! Doch du scheinst anders zu sein, ich hoffe sehr, dass ich mich da nicht täusche!”, erklärt Frieren. Napo lächelt und bleibt Stumm. Plötzlich sehen sie auf der Insel ein grelles Licht. Frieren zückt einen Stab, mit dem sie Magie wirkt. Napo versteht ihr Vorhaben. Frieren schafft einen Weg aus fliegenden Steinen, welche überall an der Klippe liegen, der Weg reicht übers Wasser bis zur Insel. Die Elfe und der Dämon eilen hinüber. Kurz vor der Insel hören sie den Schrei des Drachen und ein starker Windzug zerreißt den Weg! Napo greift nach der Hand von Frieren und springt mit ihr auf die Insel. Die Erde der Insel bebt und vor ihnen steht der Drache! Er gibt einen weiteren Schrei zu seinem Besten, die geballte Kraft fegt Frieren beinahe von der Insel, Napo stampft mit voller Kraft in den Boden, sodass der Fuß stecken bleibt und greift nach Frieren. Die beiden schauen den Drachen an und warten auf seine nächste Handlung. “Wer glaubt ihr, dass ihr seid, dass ihr diese Insel betreten dürft?!”, brüllt der Drache erzürnt. Frieren schreitet unerschrocken vor: “Frieren, eine Elfe, in Begleitung eines Dämon! Wir haben vom Festland ein Leuchten gesehen und…” “Ihr seid nicht befugt, diese Insel zu betreten! Wie die Elfen und Dämonen vor euch, werde ich euch hier und jetzt erledigen!”, brüllt der Drache wütend. Napo springt hoch in die Luft und versucht so auf die Kopfhöhe des Drachen zu kommen, doch mit einem Flügelschlag pustet er Napo weg! Napo verschwindet und taucht plötzlich wieder neben Frieren auf, sie hat sich in das unendliche Schloss holen lassen und wurde dann wieder an den Ausgangspunkt gebracht. Der Drache schlägt mit seinen Krallen nach Napo und Frieren, doch wieder weicht Napo mit Hilfe des unendlichen Schlosses aus, Frieren jedoch ist ihm mit einem Schwebezauber ausgewichen! Napo springt auf den Rücken des Drachen und läuft hoch bis zu seinem Hals und schlägt mit voller Wucht auf ihn drauf. Der Drache geht zu Boden, dies nutzt Frieren und beschwört Ketten, um den Drachen an der Insel zu fesseln! Der Drache kann sich nicht mehr bewegen. “Wirklich sehr amüsant!”, brüllt der Drache. Frieren stellt sich direkt vor ihn und schaut ihn mit monotonem Blick an. Der Drache nutzt seine Chance und speiht Feuer! Frieren kann allein nicht mehr ausweichen, doch Napo zieht sie mit in das unendliche Schloss und kommt mit ihr neben dem Drachen wieder raus! “Danke sehr!”, bedankt sich Frieren erschrocken. Napo nickt nur und versucht mit dem Drachen zu reden: “Wir sind nicht hier, um die Insel zu beanspruchen oder gegen dich zu kämpfen! Wir haben das Leuchten gesehen und sind lediglich neugierig, außerdem bist du der erste Drache, dem ich begegne!” Der Drache gesteht sich seine Niederlage ein und belohnt die beiden tapferen Besucher mit einer Erklärung. Frieren lässt die Ketten verschwinden und der Drache erklärt: “Das Leuchten, welches ihr gesehen habt, kommt von dem Magiekristall inmitten dieser Insel! Er lässt diese Insel schweben! Viele versuchen diesen Kristall zu stehlen, um damit mächtige Zauber zu wirken, denn der Kristall verstärkt jede Art der Magie! Man könnte mit einem gewöhnlichen Schwebezauber hunderte solcher Inseln erschaffen und schweben lassen! Man könnte ein Feuer erschaffen, das so groß ist wie ein ganzes Land. Man könnte eine Armee von Untoten beschwören und so vieles mehr. Daher darf dieser Kristall niemals in die falschen Hände geraten! Deshalb beschütze ich ihn und töte jeden, der es wagt diese Insel zu betreten!” “Das ist eine unbelohnende Aufgabe, mich würde das schon nach kurzer Zeit nerven!”, sagt Frieren. “Ich mache dies bereits seit 400 Jahren!”, erklärt der Drache. “Beeindruckend!”, sagt Napo: “Mein Name ist übrigens Napo!” “Ich bin Arzul, der Wächter der Ländereien von Saralea!” "Ländereien? Aber hier gibt es nur diese eine Insel, da kann man kaum von Ländereien sprechen!”, sagt Frieren. “Vor etwa 200 Jahren gab es mehrere solcher Insel, die allein von diesem Kristall beeinflusst waren und schwebten, doch leider sind diese Inseln zerbrochen und ins Wasser gestürzt!”, erzählt der Arzul. Napo fragt: “Wie konnte das passieren?” “Dämonen zerstörten die Inseln Stück für Stück!”, antwortet der Drache. Bei dieser Aussage fühlt sich Napo schlecht. “Das tut mir Leid, mein Volk ist nicht gerade höflich!”, entschuldigt sie sich. “Dir sei vergeben, du bist nicht wie sie, schließlich bist du mit einer Elfe hierher gekommen und suchst das Gespräch!”, sagt Arzul.

    Nach dem Austausch bringt Arzul Frieren und Napo zurück ans Festland und fliegt dann wieder zurück zur Insel. Frieren verabschiedet sich von Napo, in der Hoffnung, sich in den nächsten hundert Jahren noch einmal zu begegnen. Napo hat zwar etwas Zeit verloren, doch sie hat neue Lebewesen kennengelernt und das ist für sie sehr wertvoll.